In den letzten Jahren bin ich häufiger in die Verlegenheit gekommen wissenschaftliche Texte zu schreiben. Diese haben die Eigenschaft, dass sie ein Narrativ sind, die (hoffentlich) auf Zahlen und der Interpretation dieser bestehen. Nun hat man also diesen Text, der einen Haufen von Zahlen referenziert und Aussagen auf diesen Zahlen aufbaut. Aber was, wenn man merkt, dass das Experiment, das man gemacht hat, leicht (bis schwer) fehlerhaft war? Man muss das Experiment natürlich wiederholen und neue Zahlen produzieren. Und man muss natürlich alle Zahlen im Text updaten, eine mühsame und unnötige Arbeit, vor allem wenn noch abgeleitete Zahlenwerte, wie Prozentzahlen, darin auftauchen.

Da ich dieses Problem eigentlich regelmäßig hatte, habe ich eine Lösung für LaTeX gesucht. Gefunden habe ich irgendwie nichts, aber ich habe dann dataref gebaut. Das dataref Packet erlaubt es symbolische Namen für Datenpunkte zu vergeben, diese im Text zu verwenden und abgeleitete Werte davon zu berechnen.

% Definieren
\drefset{/count}{42}
\drefset{/abc}{23}

% Referenzieren
\dref{/count} :: \dref{/abc}

% Ableiten/Berechnen
\drefcalc{data("/abc")/data("/count")}

% Annahmen über die Zahlen machen
\drefassert{data("/abc") < data("/count")}

Besonders interessant finde ich die Idee, asserts in den Text einzubauen, die prüfen, ob der Prosatext mit den abgeleiteten Aussagen noch zu den jetzt geänderten Daten passt. Dataref ist übrigens nicht nur praktisch, wenn sich die Datenpunkte ändern, sondern auch gut um den Überblick zu behalten, welche Prozentzahl aus welchen Datenpunkten berechnet wird.